Phytotherapie

Die Pflanzenheilkunde geh√∂rt zu den √§ltesten medizinischen Therapien. Erfahrungswerte, √ľberliefertes Wissen und Traditionen spielen eine wichtige Rolle.
Sie ist auf allen Kontinenten und in allen Kulturen beheimatet.

Phytotherapie Heilpraktikerin Simone Vaupel

Geschichte der Phytotherapie

Die √§ltesten historischen Aufzeichnungen √ľber¬†Heilpflanzen¬†sind 6.000 Jahre alt und in Keilschrift erhalten. Sie wurden am Persischen Golf auf Tontafeln gefunden.

Ein Papyrus, auf dem √ľber 600 Pflanzen und ihre Anwendungsbereiche verzeichnet wurden, stammt aus dem antiken √Ągypten.

Das erste Kräuterbuch entstand 3000 v. Chr. in China und listet rund 1000 Heilpflanzen auf.

Hippokrates, der Begr√ľnder der wissenschaftlichen Medizin, besch√§ftigte sich 500 v. Chr. ebenso mit Kr√§utern wie der Arzt Dioskorides, dessen medizinisches Lehrbuch aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. lange als Grundlage f√ľr Kr√§uterkundler galt.

Etwa zur gleichen Zeit verfasste der r√∂mische Arzt Plinius Secundus sein 12-b√§ndiges Heilpflanzenlexikon. Der Arzt Claudius Galenus aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert gilt als Begr√ľnder der modernen Pharmakologie.

Im Mittelalter √ľbernahmen die M√∂nche und Nonnen eine wesentliche Rolle in der Heilpflanzenkunde, darunter Hildegard von Bingen (Hildegard-Medizin).¬†Paracelsus brachte schlie√ülich seine Signaturenlehre ein, die besagt, dass das Aussehen der Pflanze auf ihre Heilwirkung schlie√üen l√§√üt.

Lange belächelt, erfährt Paracelsus heute durch moderne Forschungen teilweise Bestätigung.
Das Lungenkraut etwa, das ihn aufgrund seiner fleckigen Blätter an Lungengewebe erinnerte, wird als Tee bei chronischen Atemwegserkrankungen verwendet.

Hexenjagd auf kräuterkundige Menschen

Durch die Verfolgung zahlreicher kräuterkundiger Frauen und Männer als Hexen und Hexer, durch die weitgreifenden Auswirkungen der Philosophie der Aufklärung und die oft als "Siegeszug der Chemie" bezeichnete moderne Entwicklung der Pharmazie ging viel Wissen um die Gesundheit verloren,
das heute allmählich wieder entdeckt wird.

Die moderne Phytotherapie

Die Pfarrer Kneipp, K√ľnzle und Weidinger hielten die Tradition der Kr√§uterheilkunde weiter hoch, und im 20. Jahrhundert stellte der Arzt Dr. Rudolf Fritz Weiss die Heilpflanzenkunde auf eine wissenschaftliche Basis. Er gr√ľndete den ersten Lehrstuhl f√ľr Phytotherapie in Deutschland und sorgte f√ľr die Anerkennung durch die Schulmedizin.

Pflanzliche Inhaltsstoffe wie die Salicylsäure der Weidenrinde waren die Vorläufer heutiger Medikamente wie Aspirin.

Moderne Pflanzenheilkunde verbindet Erkenntnisse der wissenschaftlich-experimentellen Forschung mit traditionellem, Jahrtausende altem Erfahrungswissen. Europ√§ische Pflanzenheilkunde (TEM) ist genauso wie die chinesische Heilpflanzenkunde (TCM) hochwirksame Medizin. Jedoch sind die einheimischen Kr√§uter sicherer und geeigneter f√ľr uns Europ√§er als die TCM.

So gelten f√ľr uns Mitteleurop√§er diejenigen Pflanzen als urheimisch, die ihren Ursprung in Europa haben (z.B. B√§rlauch, Brennessel) bzw. seit mindestens 10 Generationen in Europa positiv erprobt wurden
(z.B. Kartoffeln, Kaffee, Mais, Pfeffer, Bananen, Zucker).

H√§ufig handelt es sich dabei um in Vergessenheit geratene Gew√ľrz-, Gem√ľse und Heilpflanzen,
die besonders reich an speziellen bioaktiven Substanzen sind.

Bedingt durch die Krise des staatlichen Gesundheitswesens und negative Auswirkungen der chemischen Arzneitherapie (reine Symptombekämpfung, Nebenwirkungen, Resistenz gegen Antibiotika etc.) erlebt die Pflanzenheilkunde eine Renaissance.

Pflanzenheilmittel wirken als stoffliche Ganzheit auf psychischer und/oder körperlicher Ebene, und zwar keineswegs immer nur sanft ! Deshalb setzt der gezielte therapeutische Umgang entsprechendes Expertenwissen und vertiefte Heilpflanzenkenntnis voraus. 

Heilkräuter kommen meist in Form von Tinkturen, Tabletten, Kapseln, Tees, Badezusätzen, Wickeln, Umschlägen, Auflagen und Inhalationen zur Anwendung.

Bei vielen inneren Erkrankungen und Infektionen und auch als √§u√üere Anwendungen sind pflanzliche Heilmittel eine zuverl√§ssige und weitgehend nebenwirkungsfreie Alternative zur chemischen Medizin. Aber auch bei emotionalen Problemen besitzen unsere ‚ÄěSeelenpflanzen‚Äú ein riesiges Heilungspotential.

Au√üerdem bereichern Heilkr√§uter und Wildpflanzen durch ihren Vitalstoffgehalt und nat√ľrlichen Geschmack auch jede gute und gesunde K√ľche, denn herk√∂mmliche Nahrungsmittel enthalten leider immer weniger Mineralstoffe und Vitamine.

Risiken und Gefahren

Schwangere Frauen und organisch Kranke sollten sich auf keinen Fall selbst mit Phytotherapie behandeln, sondern sich durch Fachleute beraten lassen.

Immungeschw√§chte Menschen sollten nur unter medizinischer Anleitung Kaltausz√ľge zu sich nehmen, da sie Keime enthalten k√∂nnen.

Eigenm√§chtig zusammengestellte Kr√§uterkombinationen und auch das Konsumieren von Kr√§utertees √ľber etliche Wochen und in gro√üen Mengen k√∂nnen starke und auch gef√§hrliche Nebenwirkungen haben.

Trotz der Wirksamkeit der Pflanzen empfiehlt es sich, bei der Selbstbehandlung die Grenzen der Phytotherapie nicht zu vergessen.

Verschwinden Beschwerden nicht längstens nach drei Tagen wieder, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Schmerzen und Fieber als Reaktion auf Kräuter sind ein Alarmzeichen, die ebenfalls einen Arztbesuch erfordern.

Bei Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, oder allergischen Hautreaktionen ist die Behandlung sofort abzubrechen.

Die Gemmo‚Äď oder Knospentherapie

‚ÄěGemma‚Äú ist lateinisch und bedeutet ‚ÄěKnospe‚Äú. Die Gemmotherapie ist dementsprechend eine Heilmethode, bei der Heilmittel aus frischen, im Wachstum befindlichen Pflanzenteilen, wie Knospen, jungen Triebsprossen und Sch√∂sslingen sowie Wurzelspitzen verwendet werden. In diesem sogenannten Embryonalgewebe sind die Lebens- und Wachstumskr√§fte einer Pflanze am h√∂chsten. Die Therapie mit diesem Pflanzengewebe soll nun dem Menschen helfen, indem sie die Vitalisierungs-, Selbstheilungs- und Regenerationskr√§fte unterst√ľtzt.

Man kann die Gemmotherapie als eigenständige sanfte Therapie, aber auch begleitend zu den konventionellen Medikamenten einsetzen. Insbesondere bei wiederkehrenden Infekten, Allergien, Schlafstörungen, Migräne oder Erschöpfungszuständen sowie nach konventioneller Antibiotikatherapie soll die Gemmotherapie heilend wirken. Werden die Gemmotherapeutika parallel zu konventionellen Medikamenten angewendet, sollen sie deren Wirkung beschleunigen.

Bei uns ist die Gemmotherapie nahezu unbekannt

Bei uns kennt man diese Therapie kaum, obwohl bereits Hildegard von Bingen die Knospen einiger Pflanzen zur Heilung von Erkrankungen benutzte. Sie empfahl in ihren Werken die Knospen von Apfel,¬†Birke, Schwarzer Johannisbeere, Esskastanie, Esche und Silberlinde. Davon angeregt entdeckte der belgische Arzt Dr. Henry Pol die sogenannten ‚ÄěKnospenkr√§fte‚Äú oder ‚ÄěPhyto-Embryotherapie‚Äú. Er konnte in zahlreichen Untersuchungen belegen, dass das teilungsaktive, embryonale, pflanzliche Gewebe das Maximum an Energie und Informationen f√ľr die Entwicklung des Organismus enth√§lt. Damit kann man fehlgesteuerte Informationen reparieren und regenerieren. 1970 ver√∂ffentlichte Pol die Basis seiner Methode und die klinischen Ergebnisse seines neuen pflanzlichen Verfahrens. Er wurde Pr√§sident der Franz√∂sischen Gesellschaft f√ľr Biotherapie. In Frankreich √ľbernahm man seine Therapie vor 50 Jahren. Schlie√ülich hat der enge Vertraute von Dr. Pol - der Hom√∂opath Dr. Max T√©tau - aus dieser Phyto-Embryotherapie die Gemmotherapie entwickelt.

Nicht nur in Frankreich, auch in der Schweiz ist die Gemmotherapie etabliert und die Gemmotherapeutika sind in beiden Ländern als Arzneimittel zugelassen. Es gibt auch ein deutschsprachiges Buch des Tierarztes Dr. Steingassner zu dieser Therapieform. Er nutzt die Gemmomazerate erfolgreich in seiner Praxis.

Studien beweisen die N√ľtzlichkeit der Gemmotherapie

Zur Gemmotherapie gibt es durchaus auch wissenschaftliche Studien, wenn auch leider nicht aus Deutschland. Zu ihrer Anwendung ben√∂tigt man eine Ausbildung. Alle Knospenmittel sind dennoch zur Selbstanwendung sehr gut geeignet, vor allem, wenn man sie begleitend zu anderen therapeutischen Ma√ünahmen einsetzt. Man kann sie √ľber Apotheken beziehen.

Tats√§chlich zeigten Studien, dass die aus Knospen hergestellten Mittel auf den Zellhaushalt des K√∂rpers wirken. Dies kann man anhand von Ver√§nderungen des Blutbildes nachweisen. Die Essenzen regen die Bildung spezieller wei√üer Blutk√∂rperchen, die sogenannten Makrophagen, an. Diese nehmen Krankheitserreger (Viren und Bakterien) auf, verdauen sie und machen sie damit unsch√§dlich. Auf diese Weise k√∂nnen die Knospenmazerate den Organismus bei Regenerations- und Heilungsprozessen unterst√ľtzen.

Diesen Wirkmechanismus deckte man auch bereits vor √ľber 60 Jahren auf. Er ist wissenschaftlich untersucht und belegt. Studien zur Wirksamkeit der Gemmotherapie f√ľhrten auch die Forscher Rolland, Binsard,¬†Raynaud¬†und T√©tau durch.

Welche Pflanzenarten werden verwendet?

Am bekanntesten ist die Essenz aus der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum). Man bezeichnet sie sogar als sanftes, pflanzliches Kortison. Prof. Mallein vom Lehr- und Forschungsinstitut Lyon entdeckte diese Wirkung.

Außerdem werden die Knospen folgender Pflanzen verwendet: Bergföhre, Besenheide, Birke, Brombeere, Edeltanne, Eiche, Gewöhnliche Esche, Esskastanie, Feigenbaum, Feldahorn und -ulme, Hagebutte, Roter Hartriegel, Haselnuss, Heidelbeere, Himbeere, Roter Hornstrauch, Grau Erle, Legföhre, Mammut- und Olivenbaum, Preiselbeere, Rosmarin, Rotbuche, Silberlinde und -birke, Spierling, Wacholder, Walnussbaum, Weißbuche, Weißdorn, Weißtanne, Weinbeere, Wolliger Schneeball.

Anwendungsbeispiele

Gemmomazerate k√∂nnen sehr vielseitig eingesetzt werden. Man nutzt sie sowohl bei akuten als auch chronischen Gesundheitsst√∂rungen wie Schlafst√∂rungen, Magenbrennen,¬†Allergien,¬†Heuschnupfen¬†oder¬†Menstruations- und¬†Wechseljahresbeschwerden. Sie k√∂nnen regulierend, ausleitend, entz√ľndungshemmend, antiallergisch, antirheumatisch, beruhigend, schmerz- und krampfstillend wirken.

Weitere Therapieformen

Ohrakupunktur Heilpraktikerin Simone Vaupel

Ohrakupunktur

Die erste schriftliche Erw√§hnung der Ohrakupunktur findet man in der chinesischen Kulturbereits im 1. Jahrhundert v. Chr. In Persien und √Ągypten wurde sie bereits vor mehr als 2000 Jahren zur Schmerzbehandlung und Empf√§ngnisverh√ľtung angewendet. Weiter lesen »

.
Aromatherapie Heilpraktikerin Simone Vaupel

Aromatherapie

Die Aromatherapie ist eine besonders sanfte Behandlungsform. Ihr ganzheitlicher Ansatz spricht nicht nur den K√∂rper, sondern auch Geist und Seele des Menschen an. Insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Antibiotika-Resistenz bieten die √§therischen √Ėle eine ‚Äď auch f√ľr die Schulmedizin ‚Äď nicht mehr zu verachtende Alternative. Weiter lesen »

.
Sch√ľsslersalze Heilpraktikerin Simone Vaupel

Sch√ľsslersalze

Um die durch Mineralstoffmangel entstandenen St√∂rungen zu behandeln, verordnete der deutsche hom√∂opathische Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Sch√ľ√üler seinen Patientinnen und Patienten die fehlenden Mineralstoffe in hom√∂opathischer Potenz. Weiter lesen »

.
Bachbl√ľten Heilpraktikerin Simone Vaupel

Bachbl√ľten

Die Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichts (L√∂sung seelischer Blockaden) ist das Ziel der Bachbl√ľten-Therapie. Nach Dr. Bach hat die gebundene Energie von Bl√ľten eine ausgleichende Wirkung auf die menschliche Psyche ‚Äď wonach auch oft k√∂rperliche Symptome gelindert werden k√∂nnen. Weiter lesen »

.
Ernährung und Prävention Heilpraktikerin Simone Vaupel

Ernährung und Prävention

Nahezu alle chronischen Krankheiten (auch Arthritis und Arthrose!) beruhen auf einem kranken Stoffwechsel, und der l√§sst sich auch noch im Alter korrigieren. Z. B. durch Ents√§uerung, Entgiftung und Ausscheidung der Schadstoffe. Eine vitalstoffreiche Ern√§hrung, moderate Bewegung und Entspannungsma√ünahmen unterst√ľtzen den Heilungsverlauf. Weiter lesen »

.
Naturkosmetik Heilpraktikerin Simone Vaupel

Naturkosmetik

Die Haut ist mit ca. 2 Quadratmeter, 3 Millionen Schwei√üdr√ľsen und Nervenzellen unser gr√∂√ütes Sinnes- und Atmungsorgan, sie gibt ab und nimmt auf. Immer wieder findet man Substanzen und Ablagerungen in Gewebe, in Knochen, in der Blutbahn - und in Krebszellen! Weiter lesen »

.